Naturnahe Imkerei

In unserer Imkerei vertreten wir das Konzept einer naturnahen Betriebsweise. Diese unterscheidet sich ganz erheblich von anderen Konzepten, wie der „Bio Imkerei“ oder der so genannten „wesensgemäßen Imkerei“, wird jedoch unter anderem auch von diesen beeinflusst. Unsere Überlegungen zu einer naturnahen Imkerei beruhen dabei auf eigenen Erfahrungen, Austausch mit Kollegen, welche ähnliche Konzepte verfolgen und der Lektüre der Arbeit von Bienenwissenschaftlern.

Naturnahe Imkerei bedeutet nicht, die Bienenvölker wie im obigen Bild, in ausgehölten Bäumen zu halten. Dieses Volk wurde von unseren lieben Imkerfreund Norbert adoptiert und gerettet, als der Baum gefällt werden musste, da immer wieder Bienenschwärme eingezogen sind, die den Anwohnern lästig waren und der Baum drohte ein Gebäude zu beschädigen.

 

Wesensgerechte Bienenhaltung nur im Baumstamm?

Viele Imker, die sich mit der wesensgemäßen Imkerei beschäftigen, sind dem, unserer Meinung nach, Irrglauben, verfallen, einzige wesengerechte Bienenwohnung wäre ein ausgehöhlter Baum und ein Bienenschwarm würde diesen stets bevorzugen. Dem wiederspricht unsere Erfahrung, in welch unterschiedlichen Räumen wir bereits eingezogene Bienenschwärme gefunden haben. So fanden wir Bienen in Hohlräumen in der Fassadendämmung von Häusern, in Fallrohren von Regenrinnen, in alten Kaminen und Schornsteinen verlasserner Objekte, In einer geschützetn Ecke unter einem Dach und selbst in einem alten Kühlschrank oder Autoreifen hatten sich bereits Naturschwärme heimisch gefühlt. Jeder dieser Schwärme hätte sicherlich auf seiner Suche nach einer Wohnung auch die Möglichkeit gehabt, in einen Baum einzuziehen, enschied sich jedoch für eine andere Behausung. Irgendetwas kann also an der Idee Baumstamm nicht stimmen und so ist sie doch eher dem entsprungen, was wir Menschen glauben, was die Bienen als wesensgemäß empfinden. Hier spielt die Vermenschlichung der Bienen eine Rolle. Vor allem wir westlich geprägten Menschen sind häufig der Meinung etwas moralisch besonders gutes und ethisch korrektes darin zu erkennen, was wir selbst als positiv empfinden. Die Biene interessiert sich jedoch realtiv wenig für diese Überlegungen und der Insektenstaat lässt keinen Platz für Vermenschlichungen. Das Wesen des Schwarmes ist deutlich einfacher in seinem Bestreben und denoch ist es deutlich komplizierter diesem Gerecht zu werden.

Welches Streben entspricht dem Wesen der Biene?

Als erstes sollten wir uns also die Frage stellen, wonach strebt ein Bienenvolk denn nun? Insekten verfügen nicht über ein Über-Ich, das wir Menschen nur all zu oft fälschlicher Weise in ein Bienenvolk zu finden suchen. Der Bien ist vollständig durch zwei wesentliche Instinkte gesteuert: dem Überlebenswillen und wenn dieses Bedürfnis gestillt ist, der Fortpflanzung, sich zu teilen und das Eigene überlebensfähige Erbgut zu verbreiten. Im Grunde ist dies bereits der Schlüssel um das Wesen des Schwarmes zu interpretieren. Zum Verständnis, ich sehe auch das Kollektiv eines Brut versorgenen Biens in seiner Wohnung als Schwarm.

Welchen Anspruch stellt also ein Bienenvolk an seine Behausung?  In Mitteleuropa suchen die Schwärme Behausungen, in denen sie vor Feinden geschützt sind, die es auf den Honig, der Brut oder den Bienen selber abgesehen haben. Zugegebener Maßen bevorzugen Sie daher Wohnungen, die etwas höher liegen als es ein wirtschaftlich orientierter Imker wünschen würde. Daher sprechen wir auch von naturnaher Imkerei, wir müssen allfällige Arbeiten durchführen können, ohne unsere eigene Gesundheit oder die anderer Menschen

Welchen Anspruch stellt also ein Bienenvolk an seine Behausung? 

In Mitteleuropa suchen die Schwärme Behausungen, in denen sie vor Feinden geschützt sind, die es auf den Honig, der Brut oder den Bienen selber abgesehen haben. Zugegebener Maßen bevorzugen sie daher Wohnungen, die etwas höher liegen als es ein wirtschaftlich orientierter Imker wünschen würde. Daher sprechen wir auch von naturnaher Imkerei, wir müssen allfällige Arbeiten durchführen können, ohne unsere eigene Gesundheit oder die anderer Menschen zu gefährden. In anderen Ländern ziehen zum Beispiel Imker die Bienenbehausungen an Seilen in die Bäume, um die Völker vor Plünderung zu schützen. Darauf verzichten wir und unsere Bienen leben zur allgmeinen Sicherheit und Arbeitserleichterung etwasnäher zur Erde auf Beutenböcken, die Fluglöcher im Idealfall etwa 40-50 cm über dem Boden.

Bei der Beutenwahl haben wir uns für Holzbeuten entschieden, da diese dem Konzept der naturnahen Imkerei entsprechen. Meiner Erfahrung nach, ist eine Syroporbeute durchaus als Wesensgerecht zu betrachten, wenn sie den Bedürfnissen der Biene in den Punkten Platz und sicherheit entspricht, jedoch ist die Natürlichkeit und vor allem die Bioverträglichkeit von Kunststoffbeuten nicht gegeben.

Eine Beute muss dem Bedürfnis der Biene nach dem ausreichenden Platz im Brutraum entsprechen. Hier unterscheidet sich wieder unsere Betriebsweise zur reinen Bio Betriebsweise. Der Bio Imker legt ausschließlich wert auf die Wahl des Materials der Beute. Dennoch werden Bruträume zur Optimierung des Honigertrages oft eingeengt, damit die Bienen den Honig auch gefälligst nach oben in die Honigräume tragen und keinesfalls ein paar Kilo Futterkranz anlegen oder rechts und links des Brutnestes etwas Reservehonig. Natürlich mache ich den Kollegen hier keinen Vorwurf. Als Erwerbsimker ist man gezwungen ein positives Betriebsergebnis zu erreichen. die Ertragsoptimierung in den Haupttrachten, wenn es um den wirtschaftlich besonders hochwertigen Honig geht, muss ich auch anpassende Maßnahmen setzen. Es bleibt das Konzept der naturnahen Imkerei, also den Bienen einige Entscheidungen slebst zu überlassen. Daher ist nach den Haupttrachten schluss mit imkerlicher Manipulation des Brutraumes. Die Bienen dürfen sich einen Teil des Honigs nun dort anlegen, wo sie es für angemessen halten und nicht ich und der Bien darf wieder zurück finden zu seiner natürlichen Ordnung.

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